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Autor Thema: 10 Punkte Radio Checkliste für Musiker und Bands  (Gelesen 32 mal)

Urmeline

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10 Punkte Radio Checkliste für Musiker und Bands
« am: Februar 08, 2017, 04:45:51 Nachmittag »

Internetsender gibt es wie Sand am Meer.

UKW-Sender gibt es nicht ganz so viele - nur diesen ist es leider oft aus den verschiedensten Gründen nur sehr selten oder sogar gar nicht möglich, weniger bekannte Musiker, Independent Artists oder gar Newcomer in ihrem Programm zu berücksichtigen.

Was also tun?

Du möchtest mit Deinen Songs / Deiner Band möglichst schnell erfolgreich werden und möglichst viele Hörer erreichen.


Wie aber findest Du geeignete Sender?


Du hast sicher schon UKW-Sender angeschrieben, eventuell bist Du auch bei dem ein oder anderen berücksichtigt worden, aber Du hast auch reichlich Absagen einstecken müssen.,, und vermutlich haben zahlreiche Sender auch gar nicht geantwortet.

Das alles ist zeitraubend, frustrierend und Du kommst nicht wirklich voran mit Deinem Projekt.

Da ist es naheliegend, sich an Internetsender zu wenden. Diese sind sehr zahlreich und damit müsste, theoretisch zumindest, auch eine größere Wahrscheinlichkeit bestehen, dass Deine Titel angenommen und gespielt werden.

Bei Deinen Recherchen bist Du auf Radio-Voting-Seiten gestoßen, auf denen seitenweise Internetsender zu finden sind.

Ist es sinnvoll, diese Radio-Voting-Listen aus dem Internet durch zu arbeiten und Deine Songs als Massenmails an zig Radiosender zu verschicken?

Oder ist es ratsamer, die Sender gezielt auszusuchen und persönlich anzuschreiben?

Auch wenn Methode 1 - die Massenmails an wahllos heraus gezogene Sender zu verschicken - auf den ersten Blick sehr verführerisch erscheint und sehr viel erfolgversprechender als die gezielte Sendersuche, können wir nur davon abraten, wahllos Sender zu bemustern!

Mit Massenmails erreichst Du zwar sehr viele Sender auf einmal, aber Du weißt nicht, wie viele davon überhaupt an Bemusterungen interessiert sind und ob Dein Musikgenre überhaupt passt.

Wenn Du Massenmails versendest, dann schreibst Du vermutlich bei "An" bzw "To" Deine eigene Adresse rein und die Mailadressen der Sender dann unter "BCC".

Vorteil: Es können mit einer einzigen Mail sehr viele Sender angeschrieben werden

Nachteile:
- es ist sehr zeitaufwändig, die ganzen Emailadressen rein zu kopieren
- Es wirkt für den einzelnen Empfänger sehr unpersönlich, denn die angeschriebenen Sender sehen, dass Du Dir selbst eine Mail geschickt hast, (und das bedeutet normalerweise, dass diese Mail an zig weitere Sender gegangen ist)
- Viele Mailhoster lassen nur eine bestimmte Anzahl von Mails pro Stunde zu, um Massen-Spam vorzubeugen; Du läufst also Gefahr, bei Deinem Mailhoster negativ aufzufallen (Spamversand)
- Du bekommst eventuell viele Antworten mit Absagen, die zu lesen, kostet Zeit (die Du besser einsetzen könntest)

Und diese Methode bringt auch ein sehr viel größeres Problem mit sich - unter den angeschriebenen Sendern werden zahlreiche illegale Sender ("PIratensender") sein und solche, die nur teilweise legal sind ("halblegale" Sender).

Und beides ist äußerst unvorteilhaft für Dich und Deine Songs.

Piratensender senden ohne gültige Lizenzen, sind also nicht legal.

halblegale Sender haben zwar gültige Lizenzen, senden aber z. B. mit manipulierter Sendesoftware (die ohne gültige Lizenzschlüssel betrieben wird) oder senden Songs aus unzulässigen Quellen (YouTube, iTunes, Amazon-mp3-Shop oder gar Cannapower).

Du solltest unbedingt vermeiden, Deine Songs an Piratensender oder halblegale Sender zu verschenken!

Wir sagen Dir, warum:

Hast Du als Musiker erst einmal den Ruf, dass Du auf Masse statt auf Klasse setzt, es Dir also ziemlich egal ist, wer die Songs spielt, Hauptsache Du bekommst möglichst viele Airplays, dann wird es für Dich sehr viel schwerer werden - als es ohnehin schon ist  - mit Deinen Songs auch bei größeren und renommierten Sendern oder gar UKW-Sendern zu landen!

Viele Sender schauen vorher sehr genau hin, wer ihnen was schickt und wer diesen Titel / dieses Album ebenfalls im Programm hat, wem ein Künstler die Songs zur Verfügung gestellt hat usw....

Das Internet macht es einem sehr leicht, etwas zu recherchieren (Facebook, Twitter, Artistpage, HP des Künstlers, Suche über Suchmaschinen usw.).

Und - ganz wichtig - als Künstler / Band hast Du einen Namen, einen Ruf, auch, wenn Du noch ganz am Anfang stehst – Deine Songs sind Deine Kinder - und Deine Kinder würdest Du doch auch nicht mit jedem spielen gehen lassen, ohne Dir vorher angeschaut zu haben, wer das ist, stimmt's?

Auf der Suche nach dem passenden Sender für Deine Songs gibt es also viel zu beachten. Mehr als Du vermutlich denkst.

Unsere kleine Aufstellung hilft Dir dabei, nichts Wesentliches zu übersehen. Und in den Erläuterungen weiter unten findest Du interessante Detailinfos und ausführliche Erklärungen.

Als Musiker / Band kannst Du nicht an alles denken, worauf man da so achten sollte… (ein Radiobetreiber weiß ja auch nicht, worauf man beim Songwriting oder Mixing & Mastering so achten muss) - daher haben wir hier für Dich / Euch eine kleine Radio-Checkliste zusammen gestellt.

Sie erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, ist aber garantiert eine sehr gute Hilfe bei der Suche nach geeigneten Sendern für Deine / Eure Tracks!


Hmm, und was genau muss ich jetzt machen?

Die folgenden 10 Punkte helfen Dir dabei, einen geeigneten Sender für Deine Songs zu finden:

1. Legalitäts-Check (Gema / GVL Lizenzen MÜSSEN ZWINGEND vorhanden sein - sind sie es nicht, FINGER WEG von diesem Sender!)

2. Impressum-Check (vollständiges Impressum ist nach § 5 TMG in Deutschland Pflicht), hat ein Sender kein vollständiges Impressum mit Klarnamen, Anschrift, Telefonnummer und Emailadresse - oder besteht das Impressum nur aus einer Firmenanschrift in Kanada ("SonixCast" oder ähnliche Streamanbieter) - dann FINGER WEG von diesem Sender!)

3. Titelstreaming (= Anzeige von Titel & Interpret eines laufenden Songs) vorhanden? Falls nein: Sender aussortieren und mit dem nächsten weiter machen! (Warum erfährst Du unten in den Erläuterungen)

4. Klang-Check (klingen Musik und Moderation ausgewogen oder blechern, verrauscht, verzerrt, zu laut oder zu leise) - Ein mieser Klang ist ein Ausschluss-Kriterium!

5. Sender-Details-Check
(seit wann gibt es den Sender, ist er kommerziell oder nicht kommerziell usw.)

6. Homepage-Check (Aussehen, Gestaltung, Orthografie)
7. Programm-Check (Genre(s), Sendungsinhalte, Vielfalt)
8. Sendeplan-Check (was wird wann von wem gesendet)
9. Chat-Check (Bedienbarkeit, Handhabung)
10. Macher- und Moderatoren-Check (gibt es Ansprechpartner, wie geht man mit mir um)


Wenn Du einen Sender auf alle 10 Punkte hin "abgeklopft" hast und er ist bei keinem durchgefallen, dann sollte dieser Sender beste Voraussetzungen mitbringen, das richtige Radio für Dich und Deine Songs zu sein!

Eine Garantie ist das natürlich nicht, aber ein sehr guter Anfang!


Damit Du Dir genauer vorstellen kannst, worauf es bei den einzelnen Punkten ankommt, hier ein paar

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Erläuterungen zu den einzelnen Punkten der Checkliste:

Ein paar Gedanken vorab dazu, warum Du bei den einzelnen Sendern unbedingt genauer hinsehen und hören solltest:

Bei zahlreichen „Spaß-Sendern“, in denen „Djane Kleine Knuspermaus aus dem Sendestudio in Musterstadt“ sendet, besteht die Gefahr, dass Deine Titel munter weiter gegeben werden (an Moderatoren anderer Sender, an Hörer, denen die Titel gefallen usw.) oder gar auf Internet-Download-Portalen landen.

Möchtest Du, dass Deine Titel einfach so an Hörer verschenkt werden oder auf irgendwelchen dubiosen Download-Portalen landen und womöglich illegal herunter geladen werden? Sicher nicht!


Spaß- und Fun-Sender nehmen es leider oft mit der Legalität nicht so genau und senden munter alles, was unter den Mauszeiger gerät (z. B. sehr gerne Titel aus YouTUbe, von iTunes oder aus dem Amazon mp3-Shop – was nicht zulässig ist, siehe AGB der jeweiligen Plattformen und weiterführende Artikel hier in unserem Forum).

Aus YouTube werden sehr häufig aktuelle Tracks heraus gezogen, die noch gar nicht im Handel erhältlich sind - das ist zwar nicht erlaubt, aber wen stört das schon? Die genannten Sender jedenfalls nicht.

Viele dieser "Spaß-Sender" verwenden außerdem Sendesoftware, die mit sogenannten "Crackz" manipuliert wurde.

Das bedeutet:
Für diese Software müsste der Sender / der Moderator eigentlich eine Lizenz kaufen, mit den "Crackz" kann dieser Lizenzschlüssel aber umgangen werden, so dass das Programm trotzdem funktioniert, obwohl man es nicht gekauft hat).

Das mit der Sendesoftware kannst Du als Künstler natürlich nicht überprüfen (es sei denn, Du bewirbst Dich zum Schein unter einem Nicknamen als Moderator bei einem Sender, der Dich interessiert .... auf die Frage, ob Du schon eine Sendesoftware hast, sagst Du dann nein ... und wenn man Dir dann wie selbstverständlich einen angeblichen "Techniker" schickt, der mittels "Teamviewer" (Programm zum Fernzugriff auf PCs) mal eben schnell den "SAM Broadcaster" installiert.... dann hat der Sender entweder verdammt viel Kohle und kann sich Einzelplatzlizenzen leisten (was bei den Preisen von Realaudio für Lizenzen extrem unwahrscheinlich ist) oder aber es handelt sich um diese eben erwähnten, unrechtmäßig manipulierten Versionen von SAM Broadcaster).

Am besten also vorher bei einzelnen Moderatoren des Senders fragen, mit welcher Sendesoftware ein Sender arbeitet - nutzen (fast) alle Moderatoren den "SAM", dann ist es zwar nicht bewiesen, aber doch sehr wahrscheinlich, dass diese Versionen nicht gekauft, sondern manipuliert wurden.

Den "SAM" hört man übrigens am Klang schon sehr deutlich heraus, wenn es blechern klingt, wie frisch aus der Raviolibüchse, dann ist es häufig der SAM Broadcaster ,)

Das mit der Sendesoftware ist für Dich als Musiker vermutlich nicht ganz so relevant, aber jetzt, wo Du es weißt, achtest Du vielleicht doch eher darauf. Und damit hilfst Du den legalen, ordnungsgemäßen Sendern sehr - und das wiederum kommt auch Dir und Deinem Ruf zugute!

Aber zurück zum Thema.


Wichtig sind die folgenden Punkte:
- Legalität des Senders (Ausschlusskriterium! Finger weg von Sendern, die keine Gema- / GVL-Lizenz haben)
- Impressum (ist es nicht vorhanden, unvollständig oder nur eine Firma z. B. in Kanada - Finger weg!)

Das Wichtigste zuerst:


Ist ein Sender nicht bei der Gema und GVL angemeldet, sofort FINGER WEG!

Musiker brauchen nicht bei der Gema gemeldet  zu sein, ein (Internet)Radiosender MUSS in Deutschland aber bei der Gema und GVL lizenziert sein. Ist er das nicht, sendet er illegal! (Ausnahme: Gema (nicht GVL) entfällt für Sender, die ausschließlich Gema-freie Songs senden, das muss man aber nachweisen und wirklich gema-freie Sender sind extrem selten).

Schickst Du als Künstler / Band einem nicht ordnungsgemäß lizenzierten Sender Deine Titel, dann unterstützt Du - ohne es zu wollen – damit die unerlaubte Musikverbreitung (Sender ohne gültige Lizenzen senden illegal, sind also Piratensender!)

Bitte verlasse Dich auf keinen Fall auf die Aussagen der Radiobetreiber!

Es gibt zahlreiche Sender, die zwar behaupten, Gema und GVL lizenziert zu sein, es eventuell sogar auf der Homepage stehen haben, es aber nicht sind.

Spricht man sie darauf an, gibt es haufenweise recht interessante alternative Fakten - früher nannte man das schlicht Ausreden - z. B. dass die Zahlung bereits unterwegs sei, dass die Gema-Datenbank fehlerhaft sei, dass sich die Listung in der Datenbank mit der Zahlung überschnitten habe usw.

Aber:
Es gibt keine „Überschneidungen mit der Bezahlung“ oder ein „Versehen in der Gema Datenbank“!

Lizenzen der Gema gibt es online, im Lizenzshop.

Sobald ein Sender eine Lizenz gekauft hat, wird dieser automatisch in die Gema-Datenbank eingetragen (beim Klick auf Lizenz kaufen wird ein entsprechender Eintrag generiert) – erscheint ein Sender dort nicht, bzw. kann man ihn dort innerhalb von 48 (max. 72) Stunden nicht finden, dann ist er definitiv nicht Gema lizenziert, egal was die Inhaber auch behaupten.

Beim Kauf einer Lizenz erhält ein Sender übrigens eine Bestätigung der Gema über den Lizenzkauf per Mail... ein Sender sollte also zumindest diese Bestätigung vorlegen können, wenn er nicht in der Datenbank erscheint. Kann er das nicht, ist er aller Wahrscheinlichkeit nach zu diesem Zeitpunkt nicht ordnungsgemäß lizenziert.

Die Gema-Datenbank der lizenzierten Webradios findest Du hier.

Einfach in das Suchfeld den Radionamen eingeben - oder die URL, unter der der Sender erreichbar ist .... dann auf Suchen klicken.

Erscheint der Sender, ist alles ok, erscheint er nicht (zur Sicherheit nach dem Namen und ddanach nach der URL suchen) - Finger weg!

Es gibt auch Sender, die gar keine Lizenzen haben und behaupten, ein kanadischer Sender zu sein (im Impressum stehen dann Firmen wie "SonixCast" und ähnliche).

Sendet ein Sender überwiegend oder ausschließlich auf Deutsch und ist sein Programm in Deutschland zu empfangen, dann ist eine Lizenz für Deutschland erforderlich (Auskunft der Gema).

Ganz wichtig ist daher zu allererst der

LEGALITÄTS-Check:
- Ist der Sender Gema- und GVL-lizenziert? (Angaben auf der HP stimmen oft nicht mit den tatsächlichen Gegebenheiten überein)

Hier solltest Du unbedingt die Gemaliste prüfen und die GVL anschreiben (geben schnell Auskunft, wenn man z. B. so wie Du als Band oder Label ein berechtigtes Interesse hat).

Ein zusätzliches Qualitätsmerkmal ist es, wenn ein Sender zusätzlich bei der Landesmedienanstalt angezeigt (= lizenziert) ist. Diese Landesmedienanstalten überprüfen alle bei ihnen gelisteten Sender regelmäßig und unangekündigt hinsichtlich wichtiger Kriterien wie Einhaltung des Jugendschutzes, Wahrung der Meinungsvielfalt usw.

Hat ein Sender die nötigen Lizenzen und ein vollständiges, ordnungsgemäßes Impressum, geht es weiter mit:

- Titelstreaming (= Anzeige von Titel & Interpret eines laufenden Songs) vorhanden?

Hat ein Sender das nicht, oder z. B. nur im Vormittagsprogramm, solltest Du diesen Sender sofort als ungeeignet aussortieren.

Titelstreaming ist für Dich als Musiker ein Muss - denn wenn ein Hörer nicht sieht, welcher Titel gerade läuft, woher soll er / sie denn dann wissen, dass es DEIN Song war, den er gerade gehört hat?

Klar, wenn der Titel angesagt wird, hört man das, aber jemand, der später zuschaltet, der wird diese Ansage nicht gehört haben.

Die wenigsten Hörer werden in den Chat gehen, nur um nachzufragen, welcher Song da gerade läuft!

Und - Verkaufszahlen, Airplays, Ranglisten, Charts, .... alles wird heute von Bots ermittelt - Plattformen wie Amazon, Google etc. haben ihre Bots, die im Internet aus dem Titelstreaming bei Radiosendern die gespielten Titel auslesen und daraus dann Ranglisten erstellen - ohne Titelstreaming kann auch nichts ausgelesen werden! Und was nicht ausgelesen werden kann, erscheint in keiner Rangliste!

Warum haben Sender kein Titelstreaming? DIe Anwort ist so verblüffend wie simpel: Weil sie es nicht wollen!

Der Grund dafür ist, dass viele Sender wie erwähnt massenweise Songs von YouTube, iTunes, oder gar von Cannapower senden - Titelstreaming birgt die Gefahr, dass man sieht, woher die Titel stammen und das könnte dem Sender mächtig Ärger einbringen ... also sendet man lieber ohne.

Hat der Sender Titelstreaming, dann geht es weiter mit den Punkten:

- Homepage (Rechtschreibung, Aussehen usw.)
- Klang (blechern, ausgewogen, Lautstärke, Aussteuerung)

Die Homepage ist, was das Design angeht, natürlich ein Stück weit Geschmackssache.

Zu viele animierte - also  blinkende, aufblitzende oder wackelnde -  Elemente können schnell störend wirken und machen im allgemeinen einen eher weniger seriösen Eindruck.

Wichtiger ist allerdings die Textgestaltung einer Seite.

Zahlen- und Buchstabendreher passieren jedem und können sich immer mal einschleichen... sollten aber auch nicht in Massen vorhanden sein.

Gravierende Rechtschreibfehler, die sollten grundsätzlich nicht auf einer Homepage zu finden sein (es gibt heute in jedem Office-Programm eine gute Rechtschreibkontrolle).

Eine miese Rechtschreibung auf einer Homepage ist vermeidbar und macht einen sehr unseriösen Eindruck - also solltest Du solche Sender direkt aussortieren!

Denn wer schon keinen Wert darauf legt, wie seine Homepage gestaltet ist, der wird auf anderen Gebieten aller Wahrscheinlichkeit nach ebenfalls eher salopp bis schlampig sein. Und das sind keine guten Voraussetzungen, um jemandem Deine Songs anzuvertrauen!

Auf den Klang eines Senders solltest Du immer ganz besonderen Wert legen!

Denn so wie die Musik klingt, werden auch Deine Songs klingen - klingt es verrauscht, blechern, verzerrt, dann werden auch Deine Songs diese Qualität haben, egal wie gut Du sie produziert hast.

Und Du möchtest ja schließlich, dass Deine Songs so gut klingen, wie Du sie gemacht hast!

Hinzu kommt - ein Hörer wird einem solchen Sender nicht lange zuhören, denn ein mieser Klang kann einem die schönste Musik ganz schön verleiden.

Viele Hörer nutzen heute ihr Smartphone zum Musikhören.  Smartphones und deren Kopfhörer haben aber häufig von Hause aus keinen allzu überragenden Klang - da werden Unzulänglichkeiten im Sound leicht und schnell verstärkt.

Wenn Du Erfolg haben möchtest, dann nimm nur Sender in die engere Wahl, die eine gute bis sehr gute Klangqualität liefern können!

Dazu gehört auch, dass alle Sendungen ausgewogen klingen, nicht eine laut, die andere total übersteuert, dann wieder eine klanglich halbwegs gute Sendung.


Sender-Details-Check

Seit wann gibt es den Sender?
Diese Frage ist nicht unwichtig, denn erfahrungsgemäß sind Sender, die schon länger existieren (mindestens 3 Jahre oder länger) sehr viel erfahrener im Umgang mit Künstlern, haben einen größeren Hörerstamm und sind insgesamt solider und seriöser als solche, die es erst ein paar Monate gibt.

Ist es ein kommerzieller oder ein nicht-kommerzieller Sender?

Für Dich als  Musiker eine sehr wichtige Frage. Ein kommerzieller Sender ist auf Einnahmen ausgelegt, er wird z. B. auf seiner Homepage Anzeigen von Werbekunden platzieren und in seinem Programm Einspieler und Jingles seiner Werbepartner einblenden. Ein kommerzieller Sender wird in aller Regel möglichst viele Klicks auf seiner Homepage generieren und möglichst viele Seitenaufrufe produzieren wollen - und es sollen möglichst viele Hörer einschalten, damit der Sender für Werbetreibende interessant bleibt.

Hohe Klick- und Einschaltquoten sind aber in der Höhe, wie sie ein kommerzieller Sender benötigt, um Gewinne zu erwirtschaften, nur möglich, wenn neben den genannten programmgestalterischen Maßnahmen möglichst häufig Titel gespielt werden, die in den Verkaufszahlen und Charts auf den vordersten Plätzen liegen. An diese Titel kommt der Sender in der Regel nur über einen Bemusterungsvertrag mit dem entsprechenden Label... hieran sind aus Labelsicht verständlicherweise Bedingungen geknüpft, wie z. B. dass bestimmte Titel in einer bestimmten Zeitspanne in einer bestimmten Häufigkeit gespielt werden müssen ("Rotation"). Da bleibt sehr oft kaum bis gar kein Platz für sogenannte "Nonames" oder "Newcomer". Aus Sendersicht sind unbekannte(re) Titel immer ein Risiko - es könnten Hörer abschalten, weil der Song nicht "attraktiv" ist. Die meisten kommerziellen Sender sind nicht bereit, dieses RIsiko einzugehen - zumindest nicht zur Hauptsendezeit ("Primetime").

In der Regel bist Du bei nicht-kommerziellen Sendern sehr viel besser aufgehoben. Diese haben keine Vorgaben durch Geldgeber / Sponsoren und müssen nicht in dem Maße auf ihre Klickzahlen / Einschaltquote achten. Nicht-kommerzielle Sender sind in aller Regel sehr viel freier in der Programmgestaltung - und können auch Songs aufnehmen, die in anderen Sendern aus den genannten Gründen nicht berücksichtigt werden können.

Kommerziell orientierte Sender erkennst Du häufig schon an Werbeeinblendungen / Werbebannern auf der Homepage und an Produktwerbung im laufenden Programm.

Suche Dir also in erster Linie Sender, die nicht-kommerziell sind!

Hat ein Sender auch diesen Check bestanden, dann geht es weiter mit

- Programm (Art und Inhalt der Sendungen)
- Sendeplan (Aussehen, Vielfalt, Vollständigkeit)

Programm-Check:

- Welche Sendungen werden angeboten?

- Ist alles ein Einheitsbrei aus „querbeet“, "XY streamt Euch was", "wilde Playliste", "bunte Platte", "Bunt gemischt", "Gemischtes"; "Eintopf" etc. und ähnlichen wenig aussagekräftigen Sendetiteln oder gibt es auch genrespezifische Sendungen mit klaren Aussagen?

- Gibt es Beschreibungen zu den einzelnen Sendungen, was den Hörer inhaltlich erwartet?

- Welche Musikrichtung(en) wird / werden gespielt? Alles wild durcheinander in einer einzigen Sendung oder strukturierte Sendungen?

- Hat der Sender nur Mainstreamiges oder auch den Mut, andere Titel & Interpreten zu spielen?


Moderations-Check:

- Wie wird moderiert? (wird munter mitten in die laufenden Titel hinein geplappert, um neue Chatter oder neue Hörer zu begrüßen (normales Übersprechen am Anfang oder Ende eines Tracks ist seitens Gema erwünscht, aber mitten in einem laufenden Titel hat das nichts zu suchen)

- Moderationslautstärke (lauter als die Musik, viel zu leise im Hintergrund, brüllend laut, mal laut mal leise oder ist die Moderation gut verständlich und ausgewogen in der Lautstärke)

- Wie ist die Moderation inhaltlich? (stupides Titel- und-Interpreten-Ansagen, Herunterleiern der Anwesenden im Chat oder gibt es eine gute, strukturierte und inhaltlich ansprechende Moderation (z. B. Infos zu den Interpreten, sonstige Themen)


- Sendeplan-Check:

- wann wird was gesendet?
- Ist eine klare Programmstruktur erkennbar oder senden alle „querbeet“, „bunte Platte“, „aus dem Bauch heraus“, „XY streamt Euch was“, „mal seh'n“ und ähnlich vielsagende Bezeichnungen?

- Haben die Sendungen eine Struktur oder werden möglichst viele Genres möglichst bunt durcheinander in 2 Stunden hinein gepresst? (Sender haben oft Angst, musikalisch Farbe zu bekennen und senden dann lieber alles Mögliche durcheinander)

- Wie sieht der Sendeplan aus? Informativ oder eher ein Moderatoren-Memory, bei dem man nur die Köpfe der Moderatoren (grammatikalisch völlig inkorrekt oft als „Modi's“ bezeichnet) sieht? (Inhalte sollten eigentlich wichtiger als Köpfe)

Ist der Sendeplan ausgefüllt oder hat er Lücken? (es ist Mittwoch, aber im Plan sind immer noch zahlreiche Lücken)

- Hat der Sender ein Motto, ein Konzept oder ist es ein reiner „Spaß-Sender“, bei dem alle einfach drauf los machen?


Wenn Du damit durch bist und der Sender für Dich weiter interessant ist, dann kannst Du Dir noch die folgenden Punkte ansehen:

- Chat-Check
- Gibt es einen Chat?
- Ist dieser leicht zu finden?
- Wie ist die Bedienung & Handhabung?
- Gibt es Ansprechpartner bei Fragen?

Und zu guter letzt der

- Macher- und Moderatoren-Check:
- Sind die Leute nett?
- Wie wird mit neuen Nutzern im Chat umgegangen?
- Wird auf Mails geantwortet? Wann? Wie?


Wenn das alles gegeben ist, dann sollte der betreffende Sender ein guter Sender sein und der perfekte Kandidat, Deine Songs zu senden.

Ich hoffe, die kleine Checkliste mit Erläuterungen hilft Dir / Euch bei der Suche nach geeigneten Sendern.

Fragen; Anregungen, Ergänzungen nehme ich gerne entgegen!


Text: B. Reinert - jegliche Verwendung, auch auszugsweise, ausschließlich mit unserer ausdrücklichen, vorherigen schriftlichen Genehmigung!
« Letzte Änderung: Februar 08, 2017, 06:17:37 Nachmittag von Urmeline »
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