Radio Regentrude Forum

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

*********************************************************************
Bemusterungen Willkommen!
Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf!
*********************************************************************

Autor Thema: Anämie Patientenbeobachtung  (Gelesen 496 mal)

Willy Wuff

  • Administrator
  • Mega Viel-und-Gern-Schreiberling
  • *********
  • Karma: +14/-1
  • Beiträge: 376
Anämie Patientenbeobachtung
« am: Juli 13, 2014, 06:24:39 Vormittag »

 Krankenbeobachtung bei Anämie erfordert von der Pflegekraft sehr viel Aufmerksamkeit, denn kleine Unterschiede müssen wahrgenommen werden, damit eingeschritten werden kann, bevor es für den Patienten womöglich zu lebensbedrohlichen Problemen kommt.
Bei einer Anämie ist es ganz wichtig zu unterscheiden, ob es eine chronische ist. Patienten mit einer chronischen Anämie zeigen viel weniger akute Symptome als Patienten, bei denen es nicht der „Normalfall“ ist.
Eine besondere Stellung hat natürlich die akute Anämie, die durch eine akute Blutung auftritt, denn diese geht meist mit einem akuten Volumenmangel einher und hat somit eine viel intensivere und vor allem halt logischerweise auch eine akut auftretende Symptomatik.
Für die Krankenbeobachtung bei Anämie muss man sich ins Gedächtnis rufen, welches die Hauptaufgabe der Erithrozyten ist. Es ist der Transport von O2 und von CO2.
Ebenso ist es wichtig zu wissen, welche Ursache die Anämie hat.
Krankenbeobachtung bei einer chronischen Anämie
Durch das Fehlen von O2-Trägern kommt es natürlich auch zu ähnlichen Symptomen wie bei einem O2-Mangel.
Die Anzahl der roten Blutkörperchen kann bei einer chronischen Anämie bis zu 2/3 reduziert sein, bevor es zu massiven Symptomen der Anämie kommt.
Symptome:

Der Patient fühlt sich müde und abgeschlagen
Stetig sinkende Belastbarkeit
Stetig steigendes Schlafbedürfnis.
Belastungsdyspnoe
Konzentrationsschwäche
Vermehrtes Gähnen
Schwindel
Nächtliche Verwirrtheit ( Minderversorgung des Hirns mit O2, vor allem bei älteren Menschen )
Gesteigerte Kälteempfindlichkeit
Schweißausbrüche
Tinnitus
Synkopen
Angina pectoris ( O2-Minderversorgung des Myokards )
Micro-Hämaturie, Proteinurie ( O2-Minderversorgung der Nieren )
Gesteigerte Pulsfrequenz ( über die Steigerung des Herzminuten-Volumens wird die mangelnde Anzahl der Erithrozyten kompensiert )
Blasse Haut, hier ist vor allem die sich möglicherweise über Tage verändernde Farbe zu beobachten.
Blasse Lippen
Blasse bis blaue Verfärbung unter den Fingernägeln. ( Eine Pflegekraft, die bei einer lebensbedrohlichen Anämie einer Patientin nicht den Nagellack entfernt, sollte man erschlagen :-) )
Blasse Schleimhäute, z.B. an den Augenbindehäuten oder im Mund.

Die häufigste Ursache für eine chronische Anämie ist die Eisenmangel-Anämie
Anzeichen für eine Eisenmangelanämie sind :

Risse in den Mundwinkeln ( Ragaden )
Brüchige Fingernägel
Rillen in den Fingernägeln
Häufig auftretende Entzündungen in den Mundschleimhäuten ( Aphthen)
Schmerzen beim Schlucken
Brennende Zunge

Die Crème der Patientenbeobachtung bei Eisenmangelanämie ist die Beobachtung der Ernährungsgewohnheiten, denn unter anderem wird Folsäure und Vitamin B12 zur Blutbildung benötigt, da hilft die bloße Gabe von Eisen oft wenig :-)
( An Apple every day keeps the doctor away :-) )

 
Die akute Anämie zeichnet sich dadurch aus, dass ein sehr großer Blutverlust in einer sehr kurzen Zeit stattfindet.
In diesem Fall ist nicht nur der Verlust von Erithrozyten lebensbedrohlich, sondern auch der Verlust von Volumen. Hierbei ist zu bedenken, dass in der Blutbahn 3-4 Liter Blut zirkulieren, ca 2-3 Liter Blut sind in Darm, Leber und Milz gespeichert und können im Bedarf frei gesetzt werden, dies benötigt jedoch Zeit.
Das bedeutet, dass die Krankenbeobachtung bei einer akuten Blutungsanämie sich primär auf ein sehr engmaschiges Monitoring von Blutdruck, Pulsfrequenz und Vigilanzkontrollen bezieht.
Veränderungen der Hautfarbe und der Lippenfarbe sind vor allem zu beachten.
Ebenso natürlich Kaltschweißigkeit und alle anderen Symptome einer Anämie.
Da der Volumenverlust in erster Linie auszugleichen ist, um die kardiale Belastung so schnell wie möglich zu reduzieren.
Dies erfordert im Rahmen der Krankenbeobachtung eine engmaschige Flüssigkeitsbilanz, denn wenn die Blutung noch nicht zum Stillstand gekommen ist, kann es im Rahmen des gesteigerten Volumens natürlich auch zu einer RR Erhöhung kommen, was wiederum den Blutverlust verstärken kann.
Eine akute Blutung ist immer ein lebensbedrohlicher Zustand, der vor allem von der behandelnden Pflegekraft ein hohes Maß an Kompetenz verlangt.
Im Rahmen einer akuten Blutung einfach einmal eine Sternchenfrage :-)
Akute Blutung, es wird eine Blutbild-Bestimmung gemacht.
Der ermittelte HB Wert - ist der aussagekräftig ?
Wenn ja warum ?
Wenn nein, warum nicht ?

Nein
Denn mit dem Blutverlust kommt es zu einem Volumenverlust, und somit kann trotz eines lebensbedrohlichen Blutverlustes die Konzentration der Erithrozyten prozentual immer noch stimmen.
Eine Blutbild-Bestimmung ist erst nach Stunden wirklich aussagekräftig, wenn der Volumenverlust ausgeglichen ist.
Es kommt durch das Wasser zu einer massiven Verdünnung, und somit sinkt auch der HB Wert im Blutbild.


 
Gespeichert
 

Seite erstellt in 0.099 Sekunden mit 17 Abfragen.