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Autor Thema: GI Blutung ( Thx Roadreaper)  (Gelesen 120 mal)

Willy Wuff

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GI Blutung ( Thx Roadreaper)
« am: Juli 16, 2014, 05:05:45 Nachmittag »

Gastrointestinale Blutungen

Definition/Beschreibung

•    bei gastrointestinalen Blutungen werden zwei Formen unterschieden
    obere GI-Blutung
    Blutungsquelle proximal der Flexura duodenojejunalis
•    Treitz-Band
    untere GI-Blutung
    Blutungsquelle distal der Flexura duodenojejunalis


Äthiologie/Herleitung

•    obere GI-Blutung
Ulcus duodeni
Ulcus ventrikuli
Varizen
Erosionen der Schleimhaut
Tumore
Mallory-Weiss-Syndrom
Ösophagitis

untere GI-Blutung
Hämorrhoiden
Divertikulose
Kolitis
Angiodysplasien
Tumore
Analfissuren
Colitis ulcerosa

Komplikationen
durch Blut- bzw. Volumenverlust können Schockfolgen an Niere, Herz, Leber und Lunge auftreten
Gefahr der hepatischen Enzephalopathie
Darmbakterien bauen das Bluteiweiß ab
dadurch entstehen große Mengen Ammoniak
welches in den Blutkreislauf und in das Gehirn diffundieren kann
hepatische Enzephalopathie
Klinik

Einteilung nach klinischem Schweregrad
Stadium I
Konzentrationsschwäche
Verlangsamung
Tremor
Stadium II
zunehmende Schläfrigkeit
Apathie
Stadium III
schläfriger, aber noch erweckbarer Patient
unzusammenhängende Sprache
Stadium IV
Koma

Komplikationen
cerebrale Intoxikation mit Ammoniak
Gefahr der Aspiration
bzw. Aspirationspneumonie durch rezidivierendes Erbrechen
o    akutes Leberversagen


Diagnostik

Symptome der oberen GI-Blutung
Hämatemesis
= Bluterbrechen
Hämoptoe
= Bluthusten
hellrot
durch z. B. arterielle Blutung bei Tumorläsion
dunkel 
durch z. B. venöse Sickerblutung bei Ösophagusvarizen
kaffeesatzartig
entsteht durch Kontakt mit Magensäure
Malaena
= Teerstuhl
tritt meist mit zeitlicher Verzögerung auf
Passage durch den Darm
Anämiezeichen
Blässe
Schwindel
Leistungsschwäche
Schocksymptomatik
bei schweren Blutungen
hepatische Enzephalopathie

Symptome der unteren GI-Blutung
Hämatochezie
= hellroter blutiger Stuhlgang
Teerstuhl bei höher gelegenen Blutungen
Anämiezeichen
Blässe
Schwindel
Leistungsschwäche
Schocksymptomatik


Therapie

bei oberer GI-Blutung
Intensivüberwachung
auch bei scheinbar stabilen Patienten
Monitoring
Vitalparameter und engmaschige Bilanz
BGA und Blutbildkontrollen
Patient nüchtern lassen
große venöse Zugänge
Volumenersatz
ggf. Transfusion
Notfallendoskopie zur Lokalisierung und Klassifizierung
aktive oder inaktive Blutung
Unterspritzung mit NaCl 0,9 % und/oder Adrenalin
Injektion von Fibrinkleber
Clippapplikation
bei Läsionen/Rissen
endoskopische Sklerosierung
Gummibandligatur


endoskopische Klassifizierung
Die Blutungen werden endoskopisch eingeteilt nach Forrest
Forrest I
Zeichen der akuten Blutung
Forrest I a
arteriell spritzende Blutung
Forrest I b
Sickerblutung
Forrest II
Zeichen einer vor kurzem stattgefundenen Blutung
Forrest II a
Läsion mit Gefäßstumpf
Forrest II b
koagelbedeckte Läsion
Forrest II c
hämatinbedeckte Läsion
Forrest III
Läsion ohne Zeichen einer Blutung
= keine Blutung, aber Blutungsanamnese
Hämatemesis
Teerstuhl

nach endoskopischen Eingriffen ist eine Kontrollendoskopie obligat
da sich z. B. neue Varizen bilden können und zu Rezidivblutungen führen können
bei fulminanter Blutung oder Rezidivblutung ist eine operative Versorgung angezeigt

alternativ
Kompressionssonde
Umgang mit Kompressionssonden
Senkstaken-Blakemore-Sonde
die Sonde wird wie eine normale Magensonde nasal eingeführt
mittels Auskultation und Luftinsufflation wird die Sonde im Magen platziert
der Magenballon wird mit 100 – 150 ml Luft geblockt
die Sonde wird zurückgezogen, bis ein Widerstand zu spüren ist
der Ösophagusballon wird mit 50 – 100 ml geblockt
ein Gewicht von 150 – 500 g wird an das Ende der Sonde gehängt, um zu verhindern, das die Sonde in den Magen rutscht
wenn kein Gewicht verwendet wird, muss die Sonde an der Nase des Patienten fixiert werden
alle 5 – 6 h soll der Druck für 5 Minuten abgelassen werden, um Drucknekrosen zu verhindern
die Sonde soll max. 24 h liegen
oberhalb des Ösophagusballons endet ein Lumen, welches regelmäßig abgesaugt werden muss. Es dient zur Aspirationsprophylaxe

Linton-Nachlass-Sonde
Positionierung wie Senkstaken-Blakemore-Sonde
es gibt nur einen Ballon
dieser wird anfangs nur mit 100 ml Luft geblockt
Ballon wird in den Ösophagus zurückgezogen und bleibt Aufgrund seiner Birnenform im Mageneingang liegen
Ballon wird dann mit weiteren 400 ml Luft geblockt
ansonsten gelten die gleichen Handlungsabläufe wie bei der Senkstaken-Blakemore-Sonde

Komplikationen
Drucknekrosen
Aspiration von Blut und Sekreten
Aspirationspneumonie
Kardiaruptur
Atemwegsobstruktion durch „Hochrutschen“ des Ballons

medikamentöse Therapie
Terlipressin
Senkung des Pfortaderdruckes
Konstriktion der glatten Ösophagusmuskulatur
Somastostatin
Peptidhormon
setzt den Blutfluss im Abdomen herab und erhöht den Gefäßwiderstand
Protonenpumpenhemmer
z. B. Omeprazol
hemmt die Bildung von Magensäure
Histamin2-Rezeptorenblocker
Ranitidin
blocken die Histaminrezeptoren, die säurestimulierend wirken
Cave
durch das Reduzieren der Magensäure kann es zur vermehrten mikrobiellen Besiedlung des Gastrointestinaltraktes und im Verlauf der Lunge kommen
Behandlung von Gerinnungsstörungen
wird oft notwendig, da es häufig zu einer mangelhaften Bildung von Gerinnungsfaktoren kommt
Laktulose
Bifiteral
Reinigung des Darms
vermindert die Ammoniakresorption im Darm und senkt den Blutammoniakspiegel
Magnesiumsulfat
beschleunigt die Darmpassage
Antibiotikum
Komaprophylaxe
(alt) z. B. Neomycin oder Humatin soll die Bildung von Bakterien im Darm unterdrücken, die für die Zersetzung von Bluteiweißen zuständig sind
Langzeitmedikation
?-Blocker zur Senkung des Pfortaderdruckes

operativ
TIPS
T
= transjugulärer
I
= intrahepatischer
P
= portosystemischer
S
= Stent – Shunt

Therapie bei unterer GI-Blutung
Volumen- und Blutsubstitution
endoskopische Blutstillung
operative Therapie
anschließend Obstipationsprophylaxe
wenn der Patient keine Durchfälle hat, Einläufe bis der Stuhl blutfrei ist
Lactulosegabe über die Magensonde   
Gespeichert
 

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